Ligeia und andere Novellen; Sieben Gedichte

By Edgar Allan Poe

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Die Mauern und Schatten wie Nebelduft --
Es scheint, als hänge alles in Luft.
Vom Turm, der herrschend ragt und droht,
Schaut riesenhaft herab der Tod.

Geöffnete Tempel und Totengrüfte
Gähnen auf leuchtende Meeresschlüfte.
Doch nicht die blitzenden Juwelen
In goldner Götzen Augenhöhlen
Und nicht der reiche Tod verführen
Die starren Wasser, sich zu rühren:
Kein kleinstes Wellchen kommt in Gang
Die gläserne Einöde entlang,
Kein Kräuseln erinnert, daß weniger leer
Von Wind ist irgendein anderes Meer,
Nichts sagt, daß je ein Wehen war
Auf Meeren, die weniger grauenhaft klar.

Doch, o -- es regt sich leis wie Wind!
Ein Wellen durch das Wasser rinnt --
Als ob die Türme im sachten Sinken
Die Flut verschöben zur Rechten und Linken --
Als ob schon die Spitzen inmitten des blassen
Himmels Lücken zurückgelassen.
Ein roteres Glimmen steigt heran --
Die Stunden halten den Atem an --
Und wenn die Stadt hinab, hinab
Von hinnen sinkt mit unirdischem Stöhnen,
Wird ihr von eintausend Thronen herab
Der Gruß der Hölle tönen.




INHALT


Ligeia 1
Berenice 29
Morella 51
Eleonora 63
Die Insel der Fee

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THE DEVIL IN THE BELFRY DIDDLING THE DUC DE.
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AL AARAAF A DREAM DREAMS EVENING STAR FAIRY-LAND "THE HAPPIEST DAY.