Ligeia und andere Novellen; Sieben Gedichte

By Edgar Allan Poe

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und bestimmte Stellen in Büchern
durchschauerten mich in ähnlicher Art. Unter zahllosen andern Beispielen
erinnere ich mich besonders eines Ausspruchs, den ich bei Joseph
Glanvill fand und der -- vielleicht nur wegen seiner Wunderlichkeit --
immer wieder diese Stimmung in mir erweckte: »Und es liegt darin der
Wille, der nicht stirbt. Wer kennt die Geheimnisse des Willens und seine
Gewalt? Denn Gott ist nichts als ein großer Wille, der mit der ihm
eignen Kraft alle Dinge durchdringt. Der Mensch überliefert sich den
Engeln oder dem Nichts einzig durch die Schwäche seines schlaffen
Willens.«

Eifriges Nachdenken lange Jahre hindurch hat mir nun wirklich gewisse
leise Beziehungen gezeigt zwischen diesem Ausspruch des englischen
Philosophen und einem Teil von Ligeias Wesen. Es lebte in ihr ein
unerhört starker Wille, der während unseres langen Zusammenlebens nie
spontan zutage trat, sondern sich nur in einer unglaublichen Anspannung
des Denkens, Tuns und Redens zu erkennen gab. Von allen Frauen, die ich
je gekannt, war sie, die äußerlich ruhevolle, die stets gelassen milde
Ligeia, wie keine andre die Beute der tobenden Geier grausamster
Leidenschaftlichkeit. Und diese Leidenschaftlichkeit enthüllte sich mir
nur im wundervollen Strahlen ihrer Augen, die mich gleichzeitig
entzückten und entsetzten, in der fast zauberhaften Melodie, Weichheit,
Klarheit und Würde ihrer sonoren Stimme und in der flammenden Energie,
die in ihren seltsam gewählten Worten lag und die im Kontrast mit der
Ruhe, mit der sie gesprochen wurden, doppelt wirkungsvoll war.

Ich erwähnte schon das umfassende Wissen Ligeias: ihre Kenntnisse waren
unermeßlich -- für eine Frau ganz unerhört. In allen klassischen
Sprachen war sie Meister, und auch in den modernen Sprachen des
Kontinents habe ich ihr, soweit ich selbst mit diesen Sprachen vertraut
war, nie einen Fehler nachweisen können. Und gab es denn überhaupt
irgendein Thema aus den Gebieten der höchsten und schwierigsten
Wissenschaften, bei dem ich Ligeia jemals auf Unkenntnis oder Irrtum
ertappt hätte? Wie sonderbar, wie schauerlich! Diese eine Seite nur vom
Wesen meiner Frau ist meinem Gedächtnis heute noch erinnerlich. Ich
sagte, an Wissen überragte sie weit alle anderen Frauen -- doch wo lebt
der Mann, der die philosophische, physikalische und mathematische
Wissenschaft in ihrer ganzen unermeßlichen Ausdehnung so verständnisvoll
beherrscht hätte?! Damals sah ich noch nicht, was ich jetzt klar
erkenne, daß dies Wissen Ligeias unglaublich, daß es gigantisch war.
Doch blieb ich mir ihrer unendlichen Überlegenheit genügend bewußt, um
mich mit kindlichem Vertrauen ihrer Führung durch die chaotische Welt
metaphysischer Probleme, mit denen ich mich während der ersten Jahre
unserer Ehe eifrig beschäftigte, zu überlassen. Mit welch ungeheurem
Triumph -- mit welch lebhaftem Entzücken -- mit welch himmlischer
Hoffnung konnte ich, wenn sie in diesem so unbekannten, so wenig
gepflegten Studium sich helfend zu mir neigte,

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Text Comparison with The Raven

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_ "Nevermore.
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S.
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Tietze.
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" _R.
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Even though the poet himself, in his other mood, tell you that his art is but sleight of hand, his food enchanter's food, and offer to show you the trick of it,--believe him not.
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Here are the perturbed ones, through whose eyes, like those of the Cenci, the soul finds windows though the mind is dazed; here spirits, groping for the path which leads to Eternity, are halted and delayed.
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No rays from the holy heaven come down On the long night-time of that town; But light from out the lurid sea Streams up the turrets silently-- * * * Up many and many a marvellous shrine Whose wreathed friezes intertwine The viol, the violet, and the vine.
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He does not acquire it, like a miser's fortune, coin after coin, but "not at all or all in all.
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The long, low chamber in the house near the Bloomingdale Road is as famous as the room where Rouget de l'Isle composed the Marseillaise.
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_The Raven_ was the first of the few poems which he nearly brought to completion before printing.
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But Mr.
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" I select from Mr.
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The climax of "The Bells" is the muffled monotone of ghouls, who glory in weighing down the human heart.
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A "refrain" is the lure wherewith a poet or a musician holds the wandering ear,--the recurrent longing of Nature for the initial strain.
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A subsequent analysis, coupled with a disavowal of any sacred fire, readily enough may be made.
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" EDMUND C.
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Darkness there, and nothing more.
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" Then the bird said, "Nevermore.
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" "Be that word our sign of parting, bird or fiend!" I shrieked, upstarting-- "Get thee back into the tempest and the Night's Plutonian shore! Leave no black plume as a token of that lie thy soul hath spoken! Leave my loneliness unbroken!--quit the bust above my door! Take.
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" [Illustration] "Perched upon a bust of Pallas just above my chamber door-- Perched, and sat, and nothing more.