Ligeia und andere Novellen; Sieben Gedichte

By Edgar Allan Poe

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wie Türen aussahen -- die Glasscheiben hatten Rautenform, aber von
ziemlicher Größe. Die Tür selbst bestand in ihrem oberen Teil aus Glas,
ebenfalls in Rautenform -- durch einen beweglichen Schalter nachts
verschließbar. Die Tür für den Westflügel befand sich in der Giebelseite
und war sehr einfach -- ein einziges Fenster wies hier nach Süden. Am
Nordflügel gab es keine Außentür, und er hatte auch nur ein Fenster nach
Osten.

Die nackte Wand des östlichen Giebels wurde durch eine Treppe (mit
Geländer) gehoben, die schräg daran emporlief -- der Aufstieg begann von
Süden. Unter dem Schutz des weit vorspringenden Dachbogens führten diese
Stufen zu einer Dachkammer, mehr einem Bodenraum -- denn er erhielt sein
Licht nur durch ein einziges Fenster nach Norden und schien als Speicher
gedacht zu sein.

Die Vorplätze des Hauptgebäudes und westlichen Flügels waren nicht, wie
sonst üblich, gepflastert. Aber an den Türen und vor jedem Fenster lagen
große, flache, unregelmäßige Granitplatten im herrlichen Grasteppich,
die ein angenehmes Gehen bei jeder Witterung ermöglichten.

Prächtige Pfade aus dem gleichen Material -- nicht zierlich ausgeführt,
sondern von dem samtenen Grün unterbrochen, das in Abständen zwischen
den Steinen hervorquoll, führten vom Hause hierhin und dorthin, zu einer
kristallenen Quelle in fünf Schritt Entfernung, zu dem Weg oder ein paar
Nebengebäuden, die hinter dem Bach nach Norden lagen und durch ein paar
Akazien- und Trompetenbäume völlig verborgen wurden.

Nicht mehr als sechs Schritt vom Haupteingang des Landhauses erhob sich
der tote Strunk eines phantastischen Birnbaumes, so ganz von Kopf zu Fuß
in üppige Bignoniablüten gehüllt, daß es keine Kleinigkeit war, zu
ergründen, woraus diese wunderschöne Sache eigentlich bestand. An
verschiedenen Ästen dieses Baumes hingen Käfige aller Art. In einem
großen, zylinderförmigen Weidengeflecht vergnügte sich ein Spottvogel,
in einem andern ein Pirol, in einem dritten die dreiste Reisammer --
während aus drei bis vier zierlicheren Zellen der Gesang von
Kanarienvögeln erschallte.

Die Pfeiler der Vorplätze waren von Jasmin und Geisblatt umrankt, und im
Winkel, wo Hauptbau und Westflügel sich trafen, erhob sich ein Weinstock
von unvergleichlicher Pracht. Alle Hindernisse nehmend, hatte er erst
das tiefer liegende Dach erklommen, dann das höhere, und am Rande des
letzteren wand er sich weiter, nach rechts und nach links Ranken
aussendend, bis er schließlich glücklich den Ostgiebel erreichte und
sich die Treppe herunter wand.

Das ganze Haus samt seinen Flügeln war mit den altmodischen schottischen
Schindeln, die breit und eckig sind, belegt. Es ist eine Eigenart dieses
Materials, daß es die Häuser unten breiter als oben erscheinen läßt,
gleich den ägyptischen Bauwerken, und hier wurde dieser außerordentlich
malerische Eindruck durch zahlreiche Töpfe voll prächtiger Blumen
unterstützt, die beinahe den gesamten Bau umringten.

Die Schindeln hatten einen mattgrauen Anstrich, und die glückliche
Kontrastwirkung dieser

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Text Comparison with The Raven and The Philosophy of Composition

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The Raven and The Philosophy of Composition [Illustration] [Illustration: _Copyright 1906 by The Harwell-Evans Co.
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It is indeed possible, as some critics assert, that this supposed analysis is purely fictitious.
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I have often thought how interesting a magazine paper might be written by any author who would—that is to say who could—detail, step by step, the processes by which any one of his compositions attained its ultimate point of completion.
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Let us dismiss, as irrelevant to the poem, per se, the circumstance—or say the necessity—which, in, the first place, gave rise to the intention of composing a poem that should suit at once the popular and the critical taste.
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Within this limit, the extent of a poem may be made to bear mathematical relation to its merit—in other words, to the excitement or elevation—again, in other words, to the degree of the true poetical effect which it is capable of inducing; for it is clear that the brevity must be in direct ratio to the intensity of the intended effect:—this, with one proviso—that a certain degree of duration is absolutely requisite for the production of any effect at all.
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Truth, in fact, demands a precision, and Passion a homeliness (the truly passionate will comprehend me) which are absolutely antagonistic to that Beauty which, I maintain, is the excitement, or pleasurable elevation, of the soul.
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” In fact, it was the very first which presented itself.
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And here it was that I saw at once the opportunity afforded for the effect on which I had been depending—that is to say, the effect of the variation of application.
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Of course, I pretend to no originality in either the rhythm or meter of “The Raven.
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The effect of this originality of combination is aided by other unusual and some altogether novel effects, arising from an extension of the application of the principles of rhyme and alliteration.
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He comes in “with many a flirt and flutter.
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It is the excess of the suggested meaning—it is the rendering this the upper- instead of the under-current of the theme—which turns into prose (and that of the very flattest kind) the so-called poetry of the so-called transcendentalists.
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“’Tis some visitor,” I muttered, “tapping at my chamber door— Only this and nothing more.
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_] [Illustration] Open here I flung the shutter, when, with many a flirt and flutter, In there stepped a stately Raven of the saintly days of yore.
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_] [Illustration] Startled at the stillness broken by reply so aptly spoken, “Doubtless,” said I, “what it utters is its only stock and store Caught from some unhappy master whom unmerciful Disaster Followed fast and followed faster till his songs one burden bore— Till the dirges of his Hope that melancholy burden bore Of ‘Never—nevermore.
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Of this first Quarto Photogravure Edition one thousand copies have been issued, printed on Arches handmade paper.