Ligeia und andere Novellen; Sieben Gedichte

By Edgar Allan Poe

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Dinge nur dazu
dienten, die Erinnerung an die süßen Träume, die ich so lange Jahre im
Tal des vielfarbigen Grases geträumt hatte, aus meinem Gedächtnis
auszulöschen. Ein prächtiges Hoflager mit Pomp und Festen, betäubendes
Waffengeklirr und strahlende Frauenlieblichkeit verwirrten und
berauschten mein Hirn. Doch bis jetzt war meine Seele ihrem Schwur treu
geblieben, und immer noch verkündete mir Eleonora in den stillen Stunden
der Nacht ihr Gegenwärtigsein.

Plötzlich aber hörten diese Anzeichen auf, und die Welt wurde schwarz
vor meinen Augen, und ich stand in atemlosem Schreck vor dem glühenden
Gedanken -- der grauenhaften Versuchung, die mich befallen hatte. Denn
an den fröhlichen Hof des Königs, dem ich diente, kam aus irgendeinem
fernen, fernen, unbekannten Lande ein Mädchen, von deren Schönheit mein
ganzes ruchloses Herz entflammt und hingerissen ward -- zu deren Füßen
ich mich ohne Sträuben niederwarf in wehrloser, abgöttischer Liebe. Ach,
wie armselig war die Leidenschaft, die ich dem jungen Kinde im Tale des
vielfarbigen Grases geschenkt hatte, wenn ich sie mit der Glut und dem
Wahnwitz und den beseligenden Ekstasen verglich, in denen jetzt meine
Anbetung emporjauchzte, mit dem trunkenen Schluchzen, in dem meine Seele
zu Füßen der himmlischen Ermengard dahinschmolz! O, herrlich war der
Engel Ermengard! Und vor dieser Erkenntnis versank alles andere. -- O,
göttlich war der Engel Ermengard! Und ich ertrank im Blick ihrer
unergründlichen Augen und sah und suchte nur sie.

Ich vermählte mich mit Ermengard -- und fürchtete nicht den Fluch, den
ich auf mich herabgeschworen hatte, und seine Schrecken suchten mich
nicht heim. Da kam noch einmal -- ein einziges Mal -- durch das
Schweigen der Nacht das süße Seufzen wieder zu mir, und es formte sich
zu einer wohlbekannten, inbrünstigen Stimme:

»Schlafe in Frieden! Denn der Geist der Liebe lebt und herrscht. Und
wenn du glühenden Herzens Ermengard umarmst, bist du -- aus Gründen, die
dir dereinst im Himmel offenbar werden sollen -- deines Gelübdes an
Eleonora entbunden.«




DIE INSEL DER FEE


Nullus enim locus sine genio est.

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Text Comparison with The Raven

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" _R.
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" _Frederick Juengling.
Page 3
_ "'Tell me truly, I implore-- Is there--_is_ there balm in Gilead?--tell me--tell me, I implore!'" _W.
Page 4
_R.
Page 5
" Such is the land, and for one night we enter it,--a night of astral phases and recurrent chimes.
Page 6
" It lacks the aerial melody of the poet whose heart-strings are a lute: "And they say (the starry choir .
Page 7
_The Raven_ is wholly occupied with the author's typical theme--the irretrievable loss of an idolized and beautiful woman; but on other grounds, also, the public instinct is correct in thinking it his representative poem.
Page 8
Ralph Hoyt's quaint poem, "Old," appeared in this volume.
Page 9
These have been repeated by later editors, who also have made errors of their own.
Page 10
" Mr.
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" Here is no semblance of the cawing rook that haunts ancestral turrets and treads the field of heraldry; no boding phantom of which Tickell sang that, when, "shrieking at her window thrice, The raven flap'd his wing, Too well the love-lorn maiden knew The solemn boding sound.
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I suppose that an artist's love for one "in the form" never can wholly rival his devotion to some ideal.
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The impulse of genius is to guard the secrets of its creative hour.
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Doubtless his environment was not one to guard a fine-grained, ill-balanced nature from perils without and within.
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Plainly there was something in common between the working moods of Poe and Dore.
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Darkness there, and nothing more.
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'" But the Raven still beguiling all my sad soul into smiling, Straight I wheeled a cushioned seat in front of bird and bust and door; Then, upon the velvet sinking, I betook myself to linking Fancy unto fancy, thinking what this ominous bird of yore-- What this grim, ungainly, ghastly, gaunt and ominous bird of yore Meant in croaking "Nevermore.
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bosom's core; This and more I sat divining, with my head at ease reclining On the cushion's velvet lining that the lamplight gloated o'er, But whose velvet violet lining with the lamplight gloating o'er _She_ shall press, ah, nevermore! Then, methought, the air grew denser, perfumed from an unseen censer Swung by seraphim whose foot-falls tinkled on the tufted floor.
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thy beak from out my heart, and take thy form from off my door!" Quoth the Raven, "Nevermore.
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